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Militärische Szenarien

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U.S.-StratForce: kill chain

5. April 2004

Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis einige Journal-Experten den “Report of the Defense Science Board Task Force on Future Strategic Strike Forces” für ihre Beweis-Führung entdecken, dass die USA ihre “gefährliche” Kriegs-Strategie für die nächsten 30 Jahre intensivieren. Das Wissenschaftliche Berater-Gremium des U.S.-Verteidigungsministeriums, dem einst einer der Ober-Guru der Neocons, Richard A. Perle, vorstand, hat auf 166 Seiten Empfehlungen ausgesprochen, die sich für allerlei Greuel-Szenare eignen: http://www.acq.osd.mil/dsb/reports.htm

Entgegen der deutschen Übung, vergleichbare Studien (wie die des ZAS) schön unter Verschluss zu halten, kann man sich bei den Amis für sein politisches Süppchen ganz offen laben:

  • 50 Interkontinental-Raketen des zur Ausmusterung vorgesehenen Typs “Peacekeeper” sollen mit konventionellen Sprengkörpern bestückt werden, um eine Option gegen Ziele vom Typ “bin Laden  gerade hier” (“prompt global strike”) zu haben;
     
  • für die U.S. Navy soll eine neue, nicht-nukleare Rakete mit einer Reichweite von 1.500 km Reichweite (Intermediate-range ballistic missile =IRBM) entwickelt werden, mit “2.000 pound payload, and 5 meter accuracy ... “a 15-minute response for strategic strike”;
     
  • zielgenau sollen 300 bis 400 Ziele bekämpft werden können, die wohl vorwiegend HDBT sind: “Hard and deeply buried targets”;
     
  • das zur Infrastruktur gehörige Umfeld (Command and Control, Computer, Communication, Intelligence, Aufklärung und Überwachung, Informations-Netz) soll mit doch sehr teueren Verbesserungen versehen werden;
     
  • für das nukleare Sprengkopf-Arsenal wir empfohlen:
    - Weniger hergebrachte Sprengköpfe,
    - Modifizierung hergebrachter Nuklear-Waffen,
    - “some number of new, robust, lower-yield, and/or special-effects weapons”
     
  • für die “Qualität” der neuen Nuklear-Sprengköpfe wird an anderer Stelle (1-10, im pdf. S. 18 ) die Büchse der Pandora des Propaganda-Krieges eröffnet:
    - “enhanced EMP” (Elektromagnetischer Impuls),
    - “enhanced neutron flux” (die Neutronen-Bombe-Debatte von 1977 lässt grüssen, wo die Menschen “versaftet” werden, aber Gebäude “überleben”),
    - “reduced fission yield” (verringerte Strahlung).

Diese (unabhängigen?!) wissenschaftlichen Empfehlungen für die Zeitperspektive bis 2030 werden in unserer politisierten Infotainment-Gesellschaft quotengeil und instant versaftet werden. Man muss schon ziemlich gaga sein, sich mit dem Thema !!”ernsthaft” auseinanderzusetzen.

Wer im “Memorandum” des Vorsitzendenden des Wissenschaftlichen Beirates”  auf Seite “iv” den dort verwendeten Begriff des “kill chain” entdecken wird, dürfte zum “supply chain” in der globalisierten Wirtschaft den Beweis finden, dass die (jüdische) U.S.-Verschwörung perfekt angelegt ist.

{Neuerdings geschieht die Demütigung von Menschen Hand}

 

Pakistan: abstrus

18. Februar 2004

Die  Nachrichten-Agentur “Agence France Press” (afp) hat gestern über die “Hammer- und Amboss-Operation” berichtet, die vom amerikanischen und pakistanischen Militär an der afghanisch-pakistanischen Grenze geplant ist, um Al Qaida samt Anhang zu erwischen. Darüber berichtet hat General-Leutnant David Barno, Kommandeur der U.S.-geführten Koalitions-Truppen in Afghanistan, der sich mit der Aussage, Osama bin Laden in diesem Jahr zu fangen, aus dem Fenster gelehnt hat.

In den letzten Monaten haben sich demnach pakistanische Truppen zum ersten Mal in die sog. “Tribal-Areas” auf pakistanischer Seite bewegt, um mit den von afghanischer Seite operierenden U.S.-Truppen bin Laden’s Terroristen einer Frühjahrsoffensive in die Zange zu nehmen. Ähnliches hatte auch die “Chicago Tribune” bereits am 28. Januar 04 gemeldet.

Die damit in Zusammenhang stehenden Entwicklungen wie die Affäre des Nuklear-Proliferanten Khan und die zwei Terror-Anschläge gegen Regime-Chef Musharraf lassen einen Schluss zu, der für Hollywood-Drehbücher reicht:

Die Strategen der Terror-Gruppe Al Qaida werden sicherlich diskutieren, in welchem Staat die idealsten Möglichkeiten für eine zukünftige Verankerung bestehen. Es bedarf keines besonderen Verstandes, auf das Naheliegende zu kommen - Pakistan.

Die szenarischen Projektionen sind wenigstens schockierend; der “Drahtseilakt” von Musharraf ist schwindelerregend. Gegen die von ihm zu leistende Regierungskunst mutet die des Bundeskanzlers wie ein Kinder-Geburtstag an. Gleichzeitig erinnert die Situation an das Rumsfeld-Spektakel während der in 2003 stattgefundenen NATO-Tagung in den USA, während der eine Simulations-Übung stattgefunden hat, bei der die NATO einem um Hilfe rufenden Staat zur Hilfe eilt, der vor einer drohenden Übernahme durch revoltierende Terroristen steht.

Solche abstrus erscheinenden Szenare geben uns zumindest den schwachen Trost, dass die Kernkompetenz der Sicherheitspolitik bei aller aufscheinenden Friedlichkeit hoffentlich ihre nur theoretische Spannung behält. Falls einige unserer verehrten User allerdings der Meinung sind, dass wir uns mit einer hergeholten Geschichte über den nächsten Tag gerettet haben, bieten wir untertänigst einen friedlichen Vergleich an und entschuldigen uns auch ganz artig.

{Man “schlägt” sich halt so durch}

 

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